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Die Yao - ein Volksstamm Nordthailands
Der Großteil der Mädchen, die über das Girls Care Project betreut werden, gehört dem Volksstamm der Yao an. Hier ein kurzer Einblick in das Leben der Yao. Vor ca. 500 Jahren wanderten die Yao aus China nach Thailand ein. Sie sind der drittgrößte Volksstamm in Thailand. Die Yao sind meist sehr arm und ihre Dörfer oft sehr schmutzig. Dies ist einer der Gründe, warum sie bei der thailändischen Bevölkerung nicht sehr gerne gesehen werden. Ihre Integration ist nach wie vor sehr problematisch. So benutzen z.B. die Thailänder das Wort Yao, um jemand zu beschimpfen, den sie für dreckig und unerzogen halten. Seitdem mehr und mehr Kindern eine gute Schulbildung möglich ist, ändert sich dieses Bild langsam. Die Yao sind meist sehr intelligent, nur fehlte ihnen bisher häufig die Möglichkeit der schulischen Förderung; nur wenige haben die Möglichkeit zu studieren. Die Yao sind sehr bestrebt, sich der thailändischen Mentalität anzupassen und ihre mehr oder weniger starke Randgruppenidendität abzulegen. Den thailändischen Personalausweis erhalten sie, aber mit dem Vermerk: "Thai Mountain People".
Sie sind ein typisches Bergvolk - und sie sind es gerne! Dies bereitet der Regierung oft Probleme. Überall, wo Yao Dörfer entstehen, wird das Land durch Brandrodung für die Bebauung präpariert. Nach mehreren Jahren, wenn der Boden keine Erträge mehr bringt, werden neue Flächen auf diese Weise gerodet. Bestrebungen der Regierung, die Yao in die Städte umzusiedeln und sie dort zu integrieren, sind bisher meist gescheitert. Sie können sich im Stadtleben nur sehr schwer zurechtfinden. Die Yao leben vom Reis- und Gemüseanbau, den Hühnern und Schweinen, die sich die Familien in ihren Häusern halten, und einmal im Jahr wird die oft sehr kärgliche Ernte in der Stadt verkauft. Die Yao leben sehr traditionsbewusst. Dies zeigt sich besonders an ihrer Kleidung. Viele von ihnen tragen auch im Alltag ihre Tracht. Der schwarzgrundige Stoff wird dabei mit bunten Fäden in den typischen Yao-Mustern bestickt. Die Frauen tragen dazu noch eine Art roten Plüschschal, der einem in diesem heißen Klima sehr seltsam anmutet. Für einen Yao ist es eine Ehre, viele Kinder zu haben. Manche sind sogar bereit, falls eine Ehe kinderlos bleibt, Babys von Thais abzukaufen. Verhängnisvoll ist dabei, dass der Kinderwunsch auf der einen Seite zwar groß ist, sie aber auf der anderen Seite oft nicht die materiellen Möglichkeiten besitzen, diese ausreichend zu ernähren.
Hier liegt auch oft der Grund, warum manche Eltern ihre Kinder in die Prostitution verkaufen. Sie bekommen für ihre Verhältnisse viel Geld (nicht nur für den Verkauf, sondern auch später, wenn die Tochter immer wieder Geld nach Hause schicken kann). Außerdem hat die Familie einen "Esser" weniger. Die Partnerwahl untereinander ist frei und das Heiratsalter liegt zwischen 17 und 20 Jahren. Nach der Hochzeit ist es üblich, dass die Frau in das Haus der Familie des Mannes einzieht. Die Hochzeitsfeier stellt ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis dar. Sie dauert 3 Tage, und für die Verpflegung werden ca. 10 Schweine geschlachtet. Viele Frauen mit Kindern wurden von ihren Männern verlassen, weil diese in die Stadt gezogen sind, um Arbeit zu finden. Daraus resultiert wiederum viel Leid Leid, zerbrochene Familien, Armut. Im Gegensatz zum thailändischen Recht ist es vom Stammesrecht der Yao dem Mann erlaubt, mehrere Frauen zu haben.
Die Lebenserwartung steigt, es sterben aber immer noch 3 von 10 Babys entweder schon im Mutterleib oder bald nach der Geburt als Folge von Unterernährung, mangelnder Hygiene oder fehlender medizinischer Versorgung. Die Yao sind meist Animisten, d.h. sie obliegen einem vielfachen Geisterglauben in Form von Haus-, Baum-, Wildnis- und Himmelsgeistern. Opfergaben an diese Geister wie Hühner und Schweine, um diese wohlwollend zu stimmen, sind häufig und tragen oft zur zunehmenden Verschuldung und Verarmung bei. Als Folge dieses Geisterglaubens haben sich vielfache Formen von Angst, Bedrückung und Okkultismus in den Yao Dörfern ausgebreitet. |
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