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Eindrücke vom "Home of Blessing"(von Reinhard Sölle, Praktikant bei Nehemia und CGF) „Gott hat sich vielmehr die Einfältigen und Machtlosen ausgesucht, um die Klugen und Mächtigen zu demütigen. Er hat sich die Geringen und Verachteten ausgesucht, die nichts gelten, denn er wollte die zu nichts machen, die vor den Menschen etwas sind.“ 1.Kor.1, 27-28
Im April 2003 war Hans Heidelberger mit einer Teenagergruppe der Christlichen Gemeinschaft Fürth in Nordthailand unterwegs. Zunächst einmal, alle achtundachtzig Girls sind gesund und wohlauf. Hiervon konnten wir uns selbst überzeugen. Mit ihnen verbrachten wir insgesamt fünf erlebnisreiche Tage, die für alle Teenager und Begleiter ein unvergessliches Erlebnis bleiben werden. Uns beeindruckte vor allem ihre Freundlichkeit, zuvorkommende Art, Disziplin und Herzlichkeit. Oft wurden wir auch von so manch neckischen Streichen der Mädchen überrascht. Ebenso beeindruckte die Art und Weise, wie die Mädchen dort ihren christlichen Glauben zum Ausdruck bringen. Eine große Fröhlichkeit aber auch Ernsthaftigkeit war hier zu spüren. Für die deutschen Teenager gab es genug Möglichkeiten, mit den Girls in Kontakt zu treten, sich kennen zu lernen und Freundschaften zu schließen. Für Hans Heidelberger, Christine Hecht (Jugendleiterin der CGF) und Reinhard Sölle, der zeitweilig als Praktikant beim Nehemia-Team das Projekt betreute, gab es Gelegenheit, Näheres über die weitere Entwicklung im „Home of Blessing“ zu erfahren. Vergleicht man die Lebensumstände im „Home of Blessing“ mit denen der umliegenden Dörfer, so fällt einem sofort auf, dass hier eine Oase des Friedens und der Geborgenheit entstanden ist. Auf dem Gelände befindet sich mittlerweile ein Basket– und Volleyballplatz (durch Spenden zu Gunsten des Girls Care Projektes ermöglicht) und eine Tischtennisplatte, die von den Mädchen bei Spiel und Spaß genutzt werden. Streift man weiter umher, sieht man Papaya– und Mangobäume. Ebenso wachsen hier auch Bananen und Jackfruit. Immer anzutreffen sind Haustiere, wie Hunde, Katzen, Hühner, Rinder, Puten usw. Kurzum, alles was man auf dem Land so sehen, und auch essen kann. Eine Kuriosität gibt es zu berichten: in den neu angelegten Weiher wurden im vergangenen Jahr zweitausend Fische eingesetzt. Dieses Jahr, als man sozusagen „ernten" wollte, waren bis auf einen großen Dicken alle fort. Wer die wohl alle verspeist haben könnte? Familie Kusavadee lebt nach wie vor mit den Mädchen zusammen im „Home of Blessing“. Eine Schwägerin und Schwager unterstützen sie bei ihrer Arbeit im hauswirtschaftlichen und handwerklichen Bereich. Ihre Arbeit ist sehr erfolgreich und gesegnet. Davon konnten wir uns ein Bild machen, als wir mehrere Mädchen interviewten. Sie bedankten sich für unsere Unterstützung und betonten, dass sie sich hier sehr wohl fühlen, hier ihr zu Hause haben und glücklich sind. Einige streben sogar einen College-Besuch an, andere wollen Krankenschwester lernen oder auf die Bibelschule gehen.
Mittlerweile platzt das „Home of Blessing“ aus allen Nähten. Die Wohnverhältnisse in den Räumlichkeiten sind sehr beengt. Sayan meint, dass es schon eine Warteliste gibt. Verlässt ein Mädchen das „Home of Blessing“, wenn die Schulausbildung zu Ende ist, so rückt eine Anwärterin nach. Die Liste wird aber immer länger. Im letzten Jahr stellte Sayan den Rohbau für einen weiteren Neubau fertig. Allerdings reichen die finanziellen Mittel nicht aus, um das neue Gebäude auch fertig zu stellen und somit anderen Kindern eine Unterkunft und ein Heim zu geben. Insgesamt sollen dann im „Home of Blessing“ einhundertdreißig Mädchen einen Platz finden. Für die Fertigstellung dieses Projektes werden noch ca. 30 000 Euro benötigt. Bitte helfen Sie mit, dass die Warteliste nicht zu lang wird und noch anderen Mädchen Hilfe geschenkt werden kann. Ein Wort zu Sayan und seiner Familie. Die älteste Tochter Rattiporn befindet sich momentan in England bei „Jugend mit einer Mission“. Kittipong studiert an der Hochschule in Chiang Mai Musik, und Nuki geht noch zur Schule. Siriporn betreut und pflegt die Mädchen wo es nur geht. Sie gibt auch weiterhin den Mädchen Unterricht im Nähen und Schneidern, was gerne angenommen wird. Sayan kümmert sich um alle organisatorischen Belange des „Home of Blessing“. Er ist auch zu einer Integrationsfigur in der Region um Chiang Kham und Chiang Mai geworden. Hier wirkt er als Prediger und Lehrer. Noch ein Gedanke zu den obigen Bibelversen. Im „Home of Blessing“ haben Mädchen ein zu Hause gefunden, die von ihren Eltern mit großer Wahrscheinlichkeit in die Prostitution verkauft worden wären. Sie wurden als gering und wertlos gehalten – als Ware im Geschäft des Menschenhandels und des sexuellen Missbrauchs. Vor der Welt galten sie nichts. Doch jetzt sind sie unermesslich viel wert und geachtet. |
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